Gedankenstille

Heute Mittag habe ich Gedankenstille geübt. Ich habe mich ins Bett gelegt und Meditationsmusik gehört. Nach einiger Zeit befand ich mich plötzlich auf auf einem Bett meditierend sitzen. Mir gegenüber saß eine Frau, die ebenfalls meditiert hat. Ich habe ihr Gesicht direkt vor meinem gesehen. Ihre Augen waren geschlossen. Das hat nur einen kurzen Moment gedauert und im nächsten Moment befand ich mich wieder in meinem Bett. Ich konnte es spüren, wie ich in meinen Körper zurückgezogen wurde.

In dieser Gedankenpause, die sehr kurz ist, kann man die Wirklichkeit sehen. In dieser Zeit ist der Verstand ausgeschaltet, der sonst diese Wirklich filtert und verzerrt. Es ist sehr schwer Gedanken loszuwerden. Sie werden regelrecht in mich reingepresst. Meistens werde ich müde, wenn ich es versuche, oder ich vergesse einfach, dass ich „nicht denken“ wollte.

Bescheidenes Glück

Glück ist, wenn man am See sitzt und die Wärme der Sonne genießt und der Stille zuhört.

 

 

Glück ist, wenn man dem Grashalm beim Tanzen im Wind zu schaut. Man freut sich über eigene Existenz und braucht sonst nichts mehr. Das ist die Werterfüllung.

Intensive Realität

Wenn ich mich zu früher vergleiche, dann merke ich,dass meine Sinne schärfer geworden sind. Ich sehe, höre, rieche und schmecke intensiver als früher. Ich fühle mich insgesamt wacher. Die Menschen aussenrum scheinen diese Intensität nicht zu kennen. Die sind mit dem Alltag und den Problemen beschäftigt, die unwichtig sind. Ich sehe keine Begeisterung. Nur Zorn, Unzufriedenheit und Kurzsichtigkeit.

Danke Universum!

DANKE UNIVERSUM FÜR DEN SONNIGEN TAG!

DANKE DASS ICH MICH UNTER DEINER SONNE WÄRMEN DARF!

DANKE FÜR DAS SCHÖNE FAHRRAD, MIT DEM ICH DEINE WÄLDER BEFAHREN DARF!

DANKE FÜR DIE SCHMERZEN, DIE MICH DARAN ERINNERN, DASS ICH LEBE!

DANKE FÜR MEINE EXISTENZ!

DANKE! DANKE! DANKE!

Das ist mir heute durch den Kopf gegangen, als ich mit dem Fahrrad im Wald unterwegs war. Das war ein schönes warmes Gefühl. Wir bedanken und für nichts. Wir können nur jammern und fordern. Es ist immer zu wenig, man ist mit nichts zufrieden. Was hätten wir, wenn wir das alles nicht hätten? Nichts…

Existenzschmerz

Ich habe mir vor kurzem einen Film angesehen. Es ging um einen Mann, der sich irgendwo in der Wüste mit dem Auto verfahren hat und dann stehen geblieben ist. Alle seine Bemühungen, den Weg wieder zu finden, sind gescheitert. Im Laufe des Films hat sich rausgestellt, dass er Drogenkurier war und sich unter Drogen befand. Er wurde von der Drogenmafia entdeckt und hingerichtet. Kurz vor seinem Tod hat er zum „Gott“ gesagt: „vergib mir, ich habe mich verirrt“.

Dieser Film hat in mir starke Gefühle hervorgerufen. Ich nenne das mal „Existenzschmerz“. Der war kaum auszuhalten. Wenn man ihn aber voll zulässt, gelangt an die Quelle dieses Schmerzes, die irrtümlich für Gott gehalten wird. Wenn man die Quelle erkennt, dann erkennt man auch was man selbst ist, eine Marionette. Man löffelt hier „unten“ das aus, was die Quelle sich da „oben“ ausgesucht hat.

Das Leben ist ein Leiden und das Leiden ist gleichzeitig ein Genuss. Man genießt das Leiden und man leidet, weil man es genießt. Was für ein Teufelskreis!

Mein Herr und mein Gott,
nimm alles von mir,
was mich hindert zu dir.

Mein Herr und mein Gott,
gib alles mir,
was mich fördert zu dir.

Mein Herr und mein Gott,
nimm mich mir
und gib mich ganz zu eigen dir.