Schauspiel

Meine Tochter hört sehr gerne Kinderhörspiele. Sie kann diese den ganzen Tag hören und ich kenne die Geschichten nach Jahren auch schon auswendig. Ich habe mir die Geschichten bis jetzt immer beim Hören vorgestellt. Beim letzten Mal jedoch sah ich nicht die Geschichte selbst, sondern die Sprecher, die im Hintergrund saßen und vorgelesen haben. Es war plötzlich keine Geschichte mehr. Ich konnte mir jeden Sprecher deutlich vorstellen, wie er seine Rolle vortrug. Alle zusammen haben dann eine Geschichte ergeben.

Gleichzeitig sah ich, dass wir in dieser Realität auch solche Schauspieler sind und eine Geschichte vorspielen. Die meisten Menschen sind so fest mit ihrer Rolle identifiziert, dass die es ganz vergessen haben und nehmen alles als echt war. Sie würden es niemals in ihrem Leben zugeben, obwohl sie es ganz tief in ihrem Innern ganz genau wissen.

Seit dem mir das klar wurde, muss ich ganz viel lachen. Über andere wie sie ihre Rolle spielen und über mich selbst. Sogar über meinen eigen Tod muss ich lachen und darüber wie blöd ich bin!

Schicksalsjahr 2020

Am Jahreswechsel habe ich ein komisches Gefühl gespürt, was das neue Jahr 2020 betrifft. Jetzt zwei Monate später bestätigt sich mein Gefühl. Ich sehe wie alles im Außen vor die Wand gefahren wird. Die alte Welt hört auf zu existieren, weil sie keinen Sinn mehr ergibt.

Ich sehe, dass niemand mehr zufrieden ist. Wir alle erschaffen diese Welt zusammen. Weil wir nicht mehr zufrieden sind, ändern wir diese Welt entsprechen unseren Vorstellungen.

Das ist keine Wahrheit in letzter Distanz, sondern das, was ich empfinde.

Der Nachschall

Zeitlang habe ich mich doppelt wahrgenommen. Aus zwei Perspektiven. Ich hatte ein Dauer-Deja-vu. Das, was ich erlebt habe, kam mir als Erinnerung vor. Ich dachte mir: „was gerade geschieht, kommt mir sehr bekannt vor. Das habe ich schon mal erlebt“! Das war ein komischer Zustand und hielt 1-2 Tage an.

So was ähnliches hat Don Juan dem Carlos Castaneda in seinem Buch „Der Ring der Kraft“ über die Welt erzählt: „Denk daran, die Welt erschließt sich uns nicht unmittelbar! Dazwischen steht die Beschreibung der Welt. Genaugenommen sind wir also stets einen Schritt weit von ihr entfernt, und unsere Erfahrung der Welt ist stets eine Erinnerung an die Erfahrung . Immerfort erinnern wir uns an den Augenblick, der so eben geschehen und vorüber ist. Wir erinnern, erinnern, erinnern uns.“

Also ist diese Welt die Vergangenheit, ein Nachschall einer wirklichen Welt. Alles, was geschieht, ist bereits geschehen. Ich bin meine eigene Vergangenheit und habe den Ursprung in der Zukunft!

Die Matrix-Falle

Die Ganzheit, die wir alle zusammen darstellen und die und raus geschickt hat um sich selbst zu ergründen, möchte, dass wir irgendwann mit unseren Erkenntnissen zu der Quelle zurück kehren. Dafür hat sie überall im Universum Fallen aufgestellt. Sie musste uns überlisten und in die Falle locken. Wir wollen nicht freiwillig zurück, weil wir dann unsere Individualität verlieren würden. Somit hält uns die Quelle in der Falle und gibt uns unendlich viel Zeit bis wir die Ganzheit erkennen und uns freiwillig mit ihr vereinen. Dann werden wir das, war wir schon mal waren.

Unser Tanz vor dem Spiegel.

Vor langer Zeit bin ich mal mit einem Freund durch eine Bordellstraße durchgelaufen. Mein Freund hat mit den Prostituierten geredet und Preise verhandel. Das hat ihm einfach Spaß gemacht, sich mit denen zu unterhalten. Ich habe die Prostituierten beobachtet, wie sie uns überreden wollten mit ihnen zu gehen. Dann sah ich in einem Schaufenster eine Frau mit blonden langen Harren in einem Sessel sitzen sitzen. Neben ihr saß ein Schäferhund. Die Frau hatte einen strengen Blick. Diese Szene fand ich faszinieren und entsetzlich gleichzeitig. Jahre Später habe ich Carlos Castandeda gelesen (Das Wirken der Unendlichkeit) und mir ist bei ihn eine ähnliche Geschichte aufgefallen.

Was „Gott“ wirklich ist.

„Wenn dich einer auf die linke Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin“

Matthäus 5,39


Ein großes Ich, welches wir alle darstellen, hat sich vor sehr langer Zeit gefragt: „wer bin ich?“. Da es sich nicht selbst sehen kann, hat es sich in unzählige kleine Ich’s aufgeteilt und diese auf die Suche nach sich selbst geschickt.

Wir sind alle diese Ich’s und suchen nach der Antwort wer wir sind. Irgendwann werden wir alle mit der Antwort zurück kehren und uns wieder mit der Quelle vereinen.

Egal was in der Welt geschieht, ob Gutes oder Schlechtes, es sind alles Antworten auf unsere Fragen und dient unserer Bewusstwerdung.

Ich fange jetzt an, mich in Allem zu erkennen. Wenn ich im Stau stehe, der Stau bin ich. Wenn ich an der Supermarktkasse warte, die Schlange bin auch ich selbst. In einem Krieg bekriege ich mich selbst und im Frieden bin ich friedlich mit mir selbst. Jesus hat es mit der Nächstenliebe und „andere Wange hinhalten“ damals alles richtig erkannt.