Der (Unters)Berg ruft!

Dieses Jahr habe ich mehrmals über Untersberg gehört und gelesen. Das soll ein magischer Berg sein, bei dem es angeblich zu Zeitverschiebungen kommt. Dort sind sogar Menschen verschwunden und später wieder aufgetaucht. So sehr hat es mich aber nicht interessiert, geschweige denn ich hinfahren würde. Es ist auch ca. 500 Km von mir entfernt.

Der Berg ging mir aber nicht mehr aus dem Kopf und vor ein Paar Wochen habe ich das Gefühl bekommen, dass ich unbedingt hinfahren soll! Ich hatte noch eine Woche Resturlaub und das warme Septemberwetter war auch passend. Gesagt, getan! Ich habe auf der Karte ungefähr geschaut wo ich hinfahre, meine Sachen gepackt und bin am Donnerstag morgens losgefahren in der Hoffnung, dass ich die Natur allein genießen kann. Irgendwie wollte die Navigation nicht funktionieren und das sogar bei zwei Geräten. Im Radio kam gerade Werbung, in der gesagt wurde, dass ich keine Navigation brauche. Also fuhr ich nach der Beschreibung weiter. Ich habe eine ziemlich schlechte Orientierung und ohne Navi war ich ziemlich verunsichert. Dann kam ein Lied, dass ich nach der Stimme hören sollte. Ich habe gedacht: „dann führe mich doch!“

Nach sieben Stunden Fahrt und vielen Staus bin ich wirklich am Berg angekommen. Als ich ihn auf der Autobahn vor mir sah, wusste ich gleich, das ist er! Die Gegend mit den Bergen und Almen sieht sehr schön aus! Ich könnte mir auch gut vorstellen hier zu leben. Nur von was?

Jetzt noch eine geeignete Stelle zum Anhalten finden. Ich bin einfach der Straße lang gefahren und die bergische Landschaft genossen. Irgendwann war meine Spur drei mal hintereinander gesperrt. Dann wusste ich, dass ich zu weit gefahren bin und umdrehen musste. Auf dem Rückweg habe ich eine geeignete Abfahrt am Waldrand mit einer Haltemöglichkeit gesehen. Dort habe ich mein Auto geparkt, mich umgezogen und mit dem Rucksack gleich losmarschiert. Mir blieben maximal vier Stunden bis zur Dämmerung.

Wie erwartet waren dort keine Menschen unterwegs und so konnte ich die Natur ganz allein genießen. Am Anfang war es ein Wald mit vielen rumliegenden Steinen. Dann gab es mehr Steine und weniger Bäume. Der Weg wurde immer steiler und ich bin ziemlich schnell aus der Puste gekommen. Gut, dass ich regelmäßig Fahrrad fahre! Irgendwann musste ich richtig klettern um weiter zu kommen. Das hat mir voll Spaß gemacht. Nur der Rucksack hat mich nach hinten gezogen. Ich habe zu viel Essen eingepackt welches ich gar nicht gegessen habe. Dann kamen nur noch steile Felsen und ich habe eine Bergziege über mir gesehen. In diesem Moment wurde mir klar, dass ich nicht mehr weiter komme und wieder absteigen muss. Die Aussicht mit Bergen und Tälern war märchenhaft. Ich wollte gar nicht mehr runter.

Ich sah wie klein ich im Vergleich zu der Erde bin. Nur ein kleiner Punkt. Da sieht man wie größenwahnsinnig das Ego ist und mein alles zu wissen und über allem zu stehen.

Der Abstieg war auch nicht einfach. Wenn ich abgerutscht wäre, das wärs dann. Plötzlich ist mir meine Vergangenheit hochgekommen, aber von unangenehmer Seite. Das Unangenehme wurde 100-fach verstärkt. Ich weiß nicht ob der Berg selbst dafür verantwortlich war. Diese Empfindung kann ich gar nicht in Worte fassen, mein ganzes Leben war abstoßend. Als ich wieder unten war, verschwand dieses Gefühl wieder. Dafür hatte ich ein anderes Problem bekommen: ich sah mein Auto nicht mehr. Ich bin aufgeregt hin und her gelaufen, konnte aber nicht die Stelle wieder finden, von der ich los gelaufen bin.  Dazu hat es schon angefangen zu dämmern.

Kurze Zeit später sah ich das Auto doch ich konnte mich wieder beruhigen. Ich habe was gegessen und mich ins Auto schlafen gelegt. Ich habe Schlafsack und Isomatte mitgenommen und konnte bequem und warm schlafen. Ich habe überlegt, was ich am nächten Tag mache und im Internet nach interessanten Orten am Untersberg gesucht. Erstaunlicherweise hatte ich einen vollen LTE-Empfang. Dabei fand ich Fürstenbrunn interessant, es war 30 Km von mir entfernt, auf der österreichischen Seite.

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