Schicksalsjahr 2020

Am Jahreswechsel habe ich ein komisches Gefühl gespürt, was das neue Jahr 2020 betrifft. Jetzt zwei Monate später bestätigt sich mein Gefühl. Ich sehe wie alles im Außen vor die Wand gefahren wird. Die alte Welt hört auf zu existieren, weil sie keinen Sinn mehr ergibt.

Ich sehe, dass niemand mehr zufrieden ist. Wir alle erschaffen diese Welt zusammen. Weil wir nicht mehr zufrieden sind, ändern wir diese Welt entsprechen unseren Vorstellungen.

Das ist keine Wahrheit in letzter Distanz, sondern das, was ich empfinde.

Der Nachschall

Zeitlang habe ich mich doppelt wahrgenommen. Aus zwei Perspektiven. Ich hatte ein Dauer-Deja-vu. Das, was ich erlebt habe, kam mir als Erinnerung vor. Ich dachte mir: „was gerade geschieht, kommt mir sehr bekannt vor. Das habe ich schon mal erlebt“! Das war ein komischer Zustand und hielt 1-2 Tage an.

So was ähnliches hat Don Juan dem Carlos Castaneda in seinem Buch „Der Ring der Kraft“ über die Welt erzählt: „Denk daran, die Welt erschließt sich uns nicht unmittelbar! Dazwischen steht die Beschreibung der Welt. Genaugenommen sind wir also stets einen Schritt weit von ihr entfernt, und unsere Erfahrung der Welt ist stets eine Erinnerung an die Erfahrung . Immerfort erinnern wir uns an den Augenblick, der so eben geschehen und vorüber ist. Wir erinnern, erinnern, erinnern uns.“

Also ist diese Welt die Vergangenheit, ein Nachschall einer wirklichen Welt. Alles, was geschieht, ist bereits geschehen. Ich bin meine eigene Vergangenheit und habe den Ursprung in der Zukunft!

Unser Tanz vor dem Spiegel.

Vor langer Zeit bin ich mal mit einem Freund durch eine Bordellstraße durchgelaufen. Mein Freund hat mit den Prostituierten geredet und Preise verhandel. Das hat ihm einfach Spaß gemacht, sich mit denen zu unterhalten. Ich habe die Prostituierten beobachtet, wie sie uns überreden wollten mit ihnen zu gehen. Dann sah ich in einem Schaufenster eine Frau mit blonden langen Harren in einem Sessel sitzen sitzen. Neben ihr saß ein Schäferhund. Die Frau hatte einen strengen Blick. Diese Szene fand ich faszinieren und entsetzlich gleichzeitig. Jahre Später habe ich Carlos Castandeda gelesen (Das Wirken der Unendlichkeit) und mir ist bei ihn eine ähnliche Geschichte aufgefallen.

Mayas Konsumschleier

Vergnügen, Kleidung, Autos, Elektronik, Reisen. Es gibt so viele schöne Dinge in dieser Welt. Ich beobachte, wie die Menschen sich mit den Sachen beschäftigen und dann beschäftigen sie sich mit den Problemen, die damit verbunden sind. Die Menschen sind so beschäftigt, dass sie es gar nicht merken, wie sie in den Konsum rein gezogen werden.

Bei mir ist es genau so. Ich kann es spüren, wie die Mayas Schlinge sich um meinen Hals legt. Ich verspüre sofort den Drang etwas neues besitzen zu wollen und fange damit an, mich mit der Sache zu beschäftigen. Wenn ich mich dagegen wehre, wird die Schlinge enger gezogen und ich bekomme fast keine Luft mehr.

Man ist so von der Maya fasziniert, dass man ihr Trick gar nicht bemerkt. Trotzdem macht man das freiwillig, aus dem freien Willen. Man lässt sich selbst täuschen.

In letzter Zeit habe ich alle Sachen, die ich nicht mehr brauche, verkauft, verschenkt oder weggeschmissen. Weniger zu besitzen erleichtert mich jetzt. Ich habe endlich wieder mehr Luft zum Atmen und die tägliche Meditation hilft mir, den Zustand der Zufriedenheit zu halten.

Sex im Traum

Gestern bin ich auf der Couch eingeschlafen und habe vom Sex geträumt. Ich hatte sehr intensive Empfindung. Ich kann mich nicht daran erinnern, die Intensität in Wirklichkeit erlebt zu haben. Später ist mir klar geworden, dass es für die Erinnerung gar kein Unterschied macht, ob es real war oder im Traum. Sie ist in beiden Fällen absolut identisch. Ist auch praktisch, wenn man mit weniger Aufwand das gleiche Ergebnis erzielt.

Es geht jetzt nicht explizit um Sex. Bei mir schein sich die Realität mit dem Traum zu vermischen. Oft muss ich sogar überlegen, ob die Erinnerung aus der Realität oder aus dem Traum stamm. Reales erscheint wie ein Traum oder Geträumtes real, je nach Betrachtungswinkel.

In beiden Fällen sind alle Person außerum nur Traumpersonen, nicht seiner Selbst bewusst. Sie kommen mir wie Attrappen vor, damit das Geschehen echter wirkt. Man kann sich mit ihnen über alles Mögliche unterhalten, nur nicht über das Bewusstsein und luziden Traum. Sie verstehen das nicht und ignorieren es einfach. Wie ein Computer, der die Eingabe nicht versteht, weil er nicht darauf programmiert wurde.

Klebrige Wirklichkeit

Heute Nacht habe ich versucht vor dem Einschlafen ein wenig zu meditieren, weil ich das schon lange nicht mehr gemacht habe. Ich musste an das materielle denken. Dabei ist es mir aufgefallen, dass es eine Falle ist. Danach habe ich die Aufmerksamkeit auf mich selbst gerichtet. Ich konnte sehen wie ich von der Wirklichkeit eingezogen werde. Die Realität kam mir wie eine klebrige Masse vor, die mich umhüllt und mich glauben lässt, es wäre die Wirklichkeit. Damit kann bestimmt keiner was anfangen und würde das als Phantasie abstempeln, aber so habe ich es gesehen und gespürt. Das sehe ich auch an anderen menschen wie sie in dieser Masse festkleben. Sie kleben fest und denken das gehört sich so. Wahnsinn!

Glück in der Beziehung

Das Problem der Menschen ist, sie machen immer die anderen für ihr Unglück verantwortlich. Besonders den (Lebensabschnitts)Partner. „Ich bin so unglücklich, nur er/sie kann mich glücklich machen!“ Das habe ich schon so oft bei den anderen oder bei meinen Ex-Partnerinnen beobachtet. Egal ob Mann oder Frau. Wenn die Beziehung nicht wie gewünscht verläuft, wird der Partner dafür verantwortlich gemacht. Es ist immer der Andere, nie man selbst. Dann wird ganz schnell für den Ersatz gesorgt. Es wird dann schnell nachgeholt was davor nicht geklappt hat, heiraten, Kinder machen.

Und so verbringt man das ganze Leben auf der Suche nach Glück. Umsonst. Dabei will keiner merken, dass er dafür selbst verantwortlich ist.