Mayas Konsumschleier

Vergnügen, Kleidung, Autos, Elektronik, Reisen. Es gibt so viele schöne Dinge in dieser Welt. Ich beobachte, wie die Menschen sich mit den Sachen beschäftigen und dann beschäftigen sie sich mit den Problemen, die damit verbunden sind. Die Menschen sind so beschäftigt, dass sie es gar nicht merken, wie sie in den Konsum rein gezogen werden.

Bei mir ist es genau so. Ich kann es spüren, wie die Mayas Schlinge sich um meinen Hals legt. Ich verspüre sofort den Drang etwas neues besitzen zu wollen und fange damit an, mich mit der Sache zu beschäftigen. Wenn ich mich dagegen wehre, wird die Schlinge enger gezogen und ich bekomme fast keine Luft mehr.

Man ist so von der Maya fasziniert, dass man ihr Trick gar nicht bemerkt. Trotzdem macht man das freiwillig, aus dem freien Willen. Man lässt sich selbst täuschen.

In letzter Zeit habe ich alle Sachen, die ich nicht mehr brauche, verkauft, verschenkt oder weggeschmissen. Weniger zu besitzen erleichtert mich jetzt. Ich habe endlich wieder mehr Luft zum Atmen und die tägliche Meditation hilft mir, den Zustand der Zufriedenheit zu halten.

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Sex im Traum

Gestern bin ich auf der Couch eingeschlafen und habe vom Sex geträumt. Ich hatte sehr intensive Empfindung. Ich kann mich nicht daran erinnern, die Intensität in Wirklichkeit erlebt zu haben. Später ist mir klar geworden, dass es für die Erinnerung gar kein Unterschied macht, ob es real war oder im Traum. Sie ist in beiden Fällen absolut identisch. Ist auch praktisch, wenn man mit weniger Aufwand das gleiche Ergebnis erzielt.

Es geht jetzt nicht explizit um Sex. Bei mir schein sich die Realität mit dem Traum zu vermischen. Oft muss ich sogar überlegen, ob die Erinnerung aus der Realität oder aus dem Traum stamm. Reales erscheint wie ein Traum oder Geträumtes real, je nach Betrachtungswinkel.

In beiden Fällen sind alle Person außerum nur Traumpersonen, nicht seiner Selbst bewusst. Sie kommen mir wie Attrappen vor, damit das Geschehen echter wirkt. Man kann sich mit ihnen über alles Mögliche unterhalten, nur nicht über das Bewusstsein und luziden Traum. Sie verstehen das nicht und ignorieren es einfach. Wie ein Computer, der die Eingabe nicht versteht, weil er nicht darauf programmiert wurde.

Klebrige Wirklichkeit

Heute Nacht habe ich versucht vor dem Einschlafen ein wenig zu meditieren, weil ich das schon lange nicht mehr gemacht habe. Ich musste an das materielle denken. Dabei ist es mir aufgefallen, dass es eine Falle ist. Danach habe ich die Aufmerksamkeit auf mich selbst gerichtet. Ich konnte sehen wie ich von der Wirklichkeit eingezogen werde. Die Realität kam mir wie eine klebrige Masse vor, die mich umhüllt und mich glauben lässt, es wäre die Wirklichkeit. Damit kann bestimmt keiner was anfangen und würde das als Phantasie abstempeln, aber so habe ich es gesehen und gespürt. Das sehe ich auch an anderen menschen wie sie in dieser Masse festkleben. Sie kleben fest und denken das gehört sich so. Wahnsinn!

Glück in der Beziehung

Das Problem der Menschen ist, sie machen immer die anderen für ihr Unglück verantwortlich. Besonders den (Lebensabschnitts)Partner. „Ich bin so unglücklich, nur er/sie kann mich glücklich machen!“ Das habe ich schon so oft bei den anderen oder bei meinen Ex-Partnerinnen beobachtet. Egal ob Mann oder Frau. Wenn die Beziehung nicht wie gewünscht verläuft, wird der Partner dafür verantwortlich gemacht. Es ist immer der Andere, nie man selbst. Dann wird ganz schnell für den Ersatz gesorgt. Es wird dann schnell nachgeholt was davor nicht geklappt hat, heiraten, Kinder machen.

Und so verbringt man das ganze Leben auf der Suche nach Glück. Umsonst. Dabei will keiner merken, dass er dafür selbst verantwortlich ist.

Zeitloses Geschehen

Zufällig habe ich Tagesschau vor 20 Jahren gesehen. Das wird glaube ich täglich spätabends übertragen. Was mir aufgefallen ist: das Geschehen von vor 20 Jahren unterscheidet sich nicht vom heutigen. Anschläge, Flüchtlinge, Ost-West Politik, Sport und Wetter. Wie ich es schon mal erwähnt habe, es passiert nicht wirklich was. Alles dreht sich nur im Kreis. Das ist Ablenkung für den Verstand. In 20 Jahren wird man auch das Gleiche berichten. Und die meisten werden denken, dass das Leben wirklich besser wird.

Übertriebene Wirklichkeit

Diese Wirklichkeit diskreditiert sich selbst. Und zwar indem sie zu wirklich wirkt! Ich merke wie sie zupackt: bei den Schmerzen oder bei der Höhenangst. Letztens war ich in Schwarzwald auf einer Aussichtsplattform in 40 Meter Höhe. Der Boden hat im Wind gewackelt. Ich konnte ganz genau spüren wie die Wirklichkeit wirkt. Das war einfach zu echt, viel zu echt. Das kann man gar nicht beschreiben, das sieht man einfach. Und Gefühle verstärken noch das Ganze. So viele Gefühle und ich finde nur ein Paar Wörter dafür…

Erwachsen werden

Als Kind konnte ich es kaum erwarten endlich erwachsen werden, weil mir gleichaltrige zu dumm vorkamen und ich diese Dummheit kaum ertragen konnte. Mit dem Alter hat sich diese Erwartung überraschenderweise nicht geändert. Ich habe immer noch  darauf gewartet, dass andere endlich erwachsen werden. Irgendwann musste ich es aufgeben, weil ich sah, dass auch alte Menschen Kinder geblieben sind. Die Menschen benehmen sich als wären sie unsterblich, obwohl sie genau wissen, dass das Gegenteil der Fall ist. Und sie sterben auch als kleine Kinder, ohne jemals erwachsen geworden zu sein.

Das Ego und der Verstand lassen uns nicht erwachsen werden. Sie beschäftigen uns ständig mit sinnlosen Sachen. Sie sind wie ein Schutzpanzer für das innere Ich. Ohne sie wäre das Überleben in dieser Welt wahrscheinlich gar nicht möglich.

Ich finde es langweilig im Sandkasten rumzuwühlen. Müde schaue ich den spielenden Kindern zu. Ich möchte die große Welt außerhalb erkunden!