Schöne Welt

Um diese Welt zu verstehen, muss man raus gehen. Es reicht nicht vor dem TV zu sitzen oder Bücher zu lesen. Besonders beim schlechten Wetter, obwohl es gar kein schlechtes Wetter gibt. Man spürt den Wind und die Regentropfen im Gesicht. Der Verstand kann damit nichts anfangen. Man sieht die Welt wie sie wirklich ist. Es regnet nicht, weil es der Natur schlecht geht. Es regnet, weil es regnet. Es tut einfach gut die Natur auf sich wirken zu lassen. Man beobachtet das ganze Geschehen.

Egal was geschieht, gut oder schlecht, geschieht. Wenn man dieses Geschehen ohne Wertung auf sich wirken lässt, erkennt man wie schön diese Welt ist. Man wird von dieser Schönheit überwältigt. Wenn man Gefühlte ungefiltert zulässt, dann platzt man innerlich, weil man sie alle nicht aufnehmen kann. Diese Welt muss man nicht retten, sie ist perfekt wie sie ist. Sie ist gar nicht zum Retten, sondern zum Erfahren da.

Dazu fällt mir die Szene mit der Tüte aus dem Film American Beauty ein:

Das Ego macht mit seinem Rettungswahn das ganze Mysterium nur kaputt. Es ist ein Teil dieser Welt und kann sie nicht von der Metaebene aus betrachten. Das Ego tut auch nur das was es soll, die Rolle spielen. Es ist eine perfekte Maske für den Schauspieler. Perfekte Maske für die perfekte Welt…

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Das große Warten

Ich höre ständig Gespräche über die Rente. Es scheint das Ziel des Lebens zu sein. Das Leben findet aber nicht irgendwann, sondern jetzt statt! Und bei der Arbeit hat das Leben genauso seine Gültigkeit.

Durch den Konsum

Kleine Anmerkung zu einer Diskussion zum Thema Konsum:

Ob man konsumiert oder verzichtet, beides geschieht im Verstand. Der Verstand sagt dann: „Ich verzichte, also habe ich gewonnen!“ Da gibt es einfach kein Entkommen.

Der Konsum und der Verzicht gehören einfach zu dieser polarisierten Welt dazu wie gut und böse. Wenn man das erkannt hat, dann bleibt man irgendwo dazwischen.

(Ge)Schichten

Der Himmel macht mich frei davon, der Rest ist Schweigen.

William Shakespeare – Hamlet



Die Menschen sind süchtig nach Geschichten. Geschichte hier, Geschichte dort. Die ganze Welt ist voll davon. Sie besteht praktisch nur aus diesen Geschichten. Ge-Schichten, Schichten aus Geschichten. Wenn man durch alle Schichten schaut, erkennt man die Lebensgeschichte.

Das Rezept ist recht einfach: man nehme Nichts, füge ein paar Geschichten hinzu und schon  hat man ein Leben kreiert. Dieser Künstler denkt dann wirklich, er wäre seine Geschichten.

Ich höre mir schon mein ganzes Leben lang irgendwelche Geschichten an. Sie werden einem immer aufgezwungen. Ich habe früher nie verstanden, warum alle Menschen so an ihnen hängen. Jetzt weiß ich es, ohne ihre Geschichten sind die Menschen Nichts. Und davon haben sie panische Angst. Das Nichts löst eine Todesangst im Ego aus. Genau das, wozu es bestimmt ist!

Man versucht immer ein Gespräch aufrecht zu erhalten. Der Verstand mag es nicht, wenn man schweigt. Dann beginnt man irgendwas sinnloses zu sagen. Egal was. Typisch ist das Wetter. Noch dümmeres Thema kann man sich wirklich nicht einfallen lassen. Als ob man das Wetter ändern könnte. Oder Witze, ein sinnloser Zeitvertreib. Das Leben ist ja so ernst, man muss doch oft lachen, damit es zumindest ein bisschen erträglicher wird.

Ich schweige und beobachte gerne wie die Menschen eine Beschäftigung suchen. Ein Ameisenhaufen. Sie können es sich nicht erlauben nichts zu tun oder nichts zu sagen. Sie denken ihre Egomeinungen wären wichtig.

Ich komme mir wie ein Fremdkörper in dieser Welt vor. Schweigend, grinsend und sich wundernd. Ohne Vergangenheit und Zukunft. Im Hier und Jetzt. Das Gegenteil vom Rest. Hier findet sich die Dualität wieder.

Das Wesentliche kann nicht ausgedrückt werden

Tausendmal habe ich es versucht und tausendmal bin ich gescheitert. Wenn ich ein Gespräch auf das Wesentliche lenke, kann keiner so richtig begreifen was ich meine. Man kann es nicht wirklich beschreiben, nur umschreiben. Da muss man auch nicht viel sagen. Ich schweige, höre dem Gesprächspartner zu und grinse. Ich sehe wie er sich selbst etwas zu beweisen versucht. Er redet gar nicht mit mir, sonder mit sich selbst. Ich bin nur ein stiller Beobachter des Kampfes gegen den eigenen Verstand. Und dieser gewinnt immer. Es ist immer das Gleiche.

Ich bin kein Schriftsteller und will auch keiner werden. Ich bekomme mit Mühe und Not nur ein paar Sätze raus. Mehr braucht man auch nicht. Mir gefällt auf das Minimum reduzierte Wahrheit. Romane entstehen im Verstand. Und dafür was sich außerhalb des Verstandes befindet, sind diese wenigen Worte schon zu viel. Dafür reicht es nur ein einziges Wort: Nichts. Der Verstand steigt da aus. Das kann man nur spüren. Nichts ist einfach Nichts. Das kann man nicht beschreiben, nur selbst erleben.

Aber das Wesentliche, von dem hier die Rede ist, ist nicht dieses Nichts. Das ist das, was sich im Nichts befindet und was jeder Mensch für die Realität hält. Der Verstand ist der Wächter der Realität. Wenn man gegen ihn ankämpft, kann man nur verlieren. Die Realität zu bekämpfen ist sinnlos, denn sie ist einfach nur da wie ein Film auf der Leinwand.

Das Wesentliche kann nicht ausgedrückt werden, denn es drückt sich selbst aus. Beobachte und staune!