Bescheidenes Glück

Glück ist, wenn man am See sitzt und die Wärme der Sonne genießt und der Stille zuhört.

 

 

Glück ist, wenn man dem Grashalm beim Tanzen im Wind zu schaut. Man freut sich über eigene Existenz und braucht sonst nichts mehr. Das ist die Werterfüllung.

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Felsenwanderweg

Letztes Wochenende war ich im Pfälzer Wald am Felsenwanderweg wandern. Auf dem Weg dorthin, auf der Landstraße,  hat mir ein SUV die Vorfahrt genommen. Statt zu beschleunigen, hat es mich sogar ausgebremst und mich dazu genötigt, dicht aufzufahren. Beim Überholen habe ich mir den Fahrer angesehen. Es war ein älterer Herr, der mir mit dem Finger gedroht hat.

Nach dieser Aktion ist mir dieses Ego-Spielchen, Komödie des Lebens, bewusst geworden und ich musste voll darüber lachen! Ich habe mich gar nicht mehr über diesen alten Mann geärgert. Er spielt seine Rolle und ich meine. Nicht mehr und nicht weniger. Auch ich habe ein Ego. Man kann es nicht wegdenken oder wegmeditieren, es ist einfach nur da. Es dient auch wie ein Panzer, das innere Selbst beschützend. Man kann es nur versuchen unter der Kontrolle zu halten, was sehr schwer ist. Da kommt mit der Film „Revolver“ in den Sinn, bei dem es genau darum ging.

Am Ziel angekommen, bin ich gleich den Felsenwanderweg losgelaufen. Nach kurzer Zeit bin ich an der Bärenhöhle angekommen. Es waren zwei Höhlen übereinander. Aus der oberen entsprang eine Quelle, was ein faszinierendes Schauspiel darstellte. Ich bin sechs Stunden lang entlang den Felsen marschiert, bis es angefangen hat dunkel zu werden. Das Wetter war frisch und später hat es angefangen zu regnen. Es waren kaum Menschen unterwegs, was ganz meinem Geschmack entsprach. Am nächsten Tag konnte ich wegen dem Muskelkater kaum noch meine Beine bewegen, aber trotzdem war ich irgendwie glücklich.

Grasslhöhle von Untersberg

Fortsetzung. Hier gehts zum Teil 1.

Am nächstem Morgen bin ich nach einem erholsamen Schlaf um sieben Uhr aufgestanden. Habe Kleinigkeit gegessen und mich auf den Weg nach Fürstenbrunn gemacht. Ich konnte raus herausfinden, warum bei meinem Smartphone die Navigation nicht funktioniert hat. Es war nur ein Kontaktproblem und ich konnte es schnell beseitigen. Mit Navigation konnte ich ganz entspannt fahren. Der Weg war zum Schluss sehr eng und es war abenteuerlich, wenn ein Auto entgegen kam.

Ich wusste nicht wo der Zugang zum Berg war und fuhr intuitiv in Richtung Wald. Irgendwann bin ich am am Untersberg Museum angekommen und gesehen, dass nebenan ein Weg hoch in den Wald führt. Dort habe ich geparkt, den Rucksack mitgenommen und gleich losmarschiert. Am Museum stand eine lustige kleine Kapelle, in der kaum zwei Personen Platz finden. Die Tür war zu und ich konnte nur durchs Fenster reinschauen. Dann bin ich Richtung Wald gelaufen. Mir kam eine Fütterungsstelle entgegen. In der Fütterungszeit von November bis April war der Weg gesperrt. Weiter oben stand eine alte Holzhütte. Neben ihr war eine Hölle, die umzäumt war. Ich habe reingeleuchtet. Sie war nicht besonders tief und ich konnte unten auch kein Gang erkennen. Dann kam mir ein altes Wasserwerk am Bach entgegen. Es war in einem sehr gutem Zustand und wahrscheinlich noch im Betrieb. Weiter oben habe ich die Grasslhöhle entdeckt. Sie war nicht besonders tief. Dafür aber feucht und rutschig. Man konnte sich nicht auf den Boden setzen, denn dieser war aus aufgeweichtem Lehm. Diese Höhle gilt als Kraftplatz und sie hat auf mich beruhigend und energetisierend gewirkt. Ich war ganz allein dort und so konnte ich ungestört eine halbe Stunde drin verbringen. Es war Freitag zehn Uhr morgens. In der Mitte befand sich ein großer Stein, auf dem viele Gegenstände lagen und eine Kerze brannte. Angeblich werden diese Gegenstände energetisiert und man kann sie gegen mitgebrachte tauschen. Ich fand in meinem Rucksack ein Stein, den wahrscheinlich meine Tochter am Rhein gesammelt hat. Ich hab ihn hingelegt und wollte einen schönen Stein mitnehmen. Dann habe ichs mir doch anders überlegt und einen kleinen Stein von der Höhlendecke abgemacht.

Die Grasslhöhle war mir zu wenig und ich hatte noch viel Zeit. So ging ich den Pfad rechts neben der Höhle hoch. Es kam mir ein Felsenmeer entgegen. Wahrscheinlich war ein alter Steinbruch dort oben. So war es auch, als ich die Steinen hock geklettert bin. Es waren riesige Ausschnitte in den Felsen. Aber wie wurden die Steine transportiert? Ich habe dann alte Schienen entdeckt. Meine Wanderung schien mir immer interessanter zu werden. Ich folgte den Schienen, aber irgendwann war der Weg mit dem Zaun versperrt, auf dem ein Verbotsschild hing. Recht neben dran war eine alte verrostete Hängebrücke, die kein Boden mehr hatte. Die zu benutzen schien einfach nur mörderisch. Ich weiß nicht warum, aber ich bin einfach auf diese Brücke drauf. Es war sehr beängstigend auf einer kaputten Hängebrücke über der Schlucht zu hängen. Irgendwie hab ich es dann auf die andere Seite geschafft. Zu meinem Stauen war der Weg wieder mit einem Zaun versperrt. Warum sperrt man die Brücke nicht auch auf der anderen Seite? Ich wollte nicht mehr zurück auf die Brücke und so musste ich über den Zaun klettern.

Der Weg führte im Zickzack nach oben, zum neuen Steinbruch. Zum Glück hat dort niemand gearbeitet. Die Höhlen und große Maschinen sahen beeindruckend aus. Mehr gabs dort nicht zu sehen und ich wollte mich schon auf den Rückweg machen. Zufällig habe ich wieder ein Pfad entdeckt, der nach oben in die Berge führte. Ich konnte nicht der Kraft widersetzen, die mich hingezogen hat. Das habe ich dann auch nicht bereut. Ich befand mich plötzlich mitten in der Natur. Das Bild war einfach unbeschreiblich! Ich stand am Bach und außerum waren Felsen und viele Bäume. Das Wasser im Bach war kühl und sehr sauber. Immer wieder habe ich mir das Gesicht gewaschen. Ich kletterte den Bach hoch. Irgendwann wurde der Berg immer steiler und es war kein Ende in Sicht. Plötzlich hörte ich laute Tierstimmen, vermutlich waren es die Bergziegen. Ich fand, dass ich hoch genug war und habe dann angefangen runter zu steigen. An der Grasslhöhle angekommen, habe ich mich wieder drin ausgeruht. Ich weiß nicht ob das eine Einbildung war, aber ich fühlte mich sehr gut! Leider gabst dort nichts mehr zu entdecken und so bin ich wieder zum Auto zurückgekehrt.

Der Weg heim war wieder voller Staus und zuhause angekommen konnte ich wegen dem Muskelkater fast nicht mehr aus dem Auto aussteigen. Ich werden nach mehr interessanten Orten am Untersberg schauen und vielleicht mal wieder hinfahren…

Der (Unters)Berg ruft!

Dieses Jahr habe ich mehrmals über Untersberg gehört und gelesen. Das soll ein magischer Berg sein, bei dem es angeblich zu Zeitverschiebungen kommt. Dort sind sogar Menschen verschwunden und später wieder aufgetaucht. So sehr hat es mich aber nicht interessiert, geschweige denn ich hinfahren würde. Es ist auch ca. 500 Km von mir entfernt.

Der Berg ging mir aber nicht mehr aus dem Kopf und vor ein Paar Wochen habe ich das Gefühl bekommen, dass ich unbedingt hinfahren soll! Ich hatte noch eine Woche Resturlaub und das warme Septemberwetter war auch passend. Gesagt, getan! Ich habe auf der Karte ungefähr geschaut wo ich hinfahre, meine Sachen gepackt und bin am Donnerstag morgens losgefahren in der Hoffnung, dass ich die Natur allein genießen kann. Irgendwie wollte die Navigation nicht funktionieren und das sogar bei zwei Geräten. Im Radio kam gerade Werbung, in der gesagt wurde, dass ich keine Navigation brauche. Also fuhr ich nach der Beschreibung weiter. Ich habe eine ziemlich schlechte Orientierung und ohne Navi war ich ziemlich verunsichert. Dann kam ein Lied, dass ich nach der Stimme hören sollte. Ich habe gedacht: „dann führe mich doch!“

Nach sieben Stunden Fahrt und vielen Staus bin ich wirklich am Berg angekommen. Als ich ihn auf der Autobahn vor mir sah, wusste ich gleich, das ist er! Die Gegend mit den Bergen und Almen sieht sehr schön aus! Ich könnte mir auch gut vorstellen hier zu leben. Nur von was?

Jetzt noch eine geeignete Stelle zum Anhalten finden. Ich bin einfach der Straße lang gefahren und die bergische Landschaft genossen. Irgendwann war meine Spur drei mal hintereinander gesperrt. Dann wusste ich, dass ich zu weit gefahren bin und umdrehen musste. Auf dem Rückweg habe ich eine geeignete Abfahrt am Waldrand mit einer Haltemöglichkeit gesehen. Dort habe ich mein Auto geparkt, mich umgezogen und mit dem Rucksack gleich losmarschiert. Mir blieben maximal vier Stunden bis zur Dämmerung.

Wie erwartet waren dort keine Menschen unterwegs und so konnte ich die Natur ganz allein genießen. Am Anfang war es ein Wald mit vielen rumliegenden Steinen. Dann gab es mehr Steine und weniger Bäume. Der Weg wurde immer steiler und ich bin ziemlich schnell aus der Puste gekommen. Gut, dass ich regelmäßig Fahrrad fahre! Irgendwann musste ich richtig klettern um weiter zu kommen. Das hat mir voll Spaß gemacht. Nur der Rucksack hat mich nach hinten gezogen. Ich habe zu viel Essen eingepackt welches ich gar nicht gegessen habe. Dann kamen nur noch steile Felsen und ich habe eine Bergziege über mir gesehen. In diesem Moment wurde mir klar, dass ich nicht mehr weiter komme und wieder absteigen muss. Die Aussicht mit Bergen und Tälern war märchenhaft. Ich wollte gar nicht mehr runter.

Ich sah wie klein ich im Vergleich zu der Erde bin. Nur ein kleiner Punkt. Da sieht man wie größenwahnsinnig das Ego ist und mein alles zu wissen und über allem zu stehen.

Der Abstieg war auch nicht einfach. Wenn ich abgerutscht wäre, das wärs dann. Plötzlich ist mir meine Vergangenheit hochgekommen, aber von unangenehmer Seite. Das Unangenehme wurde 100-fach verstärkt. Ich weiß nicht ob der Berg selbst dafür verantwortlich war. Diese Empfindung kann ich gar nicht in Worte fassen, mein ganzes Leben war abstoßend. Als ich wieder unten war, verschwand dieses Gefühl wieder. Dafür hatte ich ein anderes Problem bekommen: ich sah mein Auto nicht mehr. Ich bin aufgeregt hin und her gelaufen, konnte aber nicht die Stelle wieder finden, von der ich los gelaufen bin.  Dazu hat es schon angefangen zu dämmern.

Kurze Zeit später sah ich das Auto doch ich konnte mich wieder beruhigen. Ich habe was gegessen und mich ins Auto schlafen gelegt. Ich habe Schlafsack und Isomatte mitgenommen und konnte bequem und warm schlafen. Ich habe überlegt, was ich am nächten Tag mache und im Internet nach interessanten Orten am Untersberg gesucht. Erstaunlicherweise hatte ich einen vollen LTE-Empfang. Dabei fand ich Fürstenbrunn interessant, es war 30 Km von mir entfernt, auf der österreichischen Seite.

Das erste Laub

Gestern hat es geregnet und ich bin zuhause geblieben. Heute war es wieder sonnig und ich bin abends mit dem Fahrrad in den Wald gefahren. Das erste Laub lag bereits auf dem Boden. Es stand ein feuchter frischer Geruch in der Luft. Die Sonne hat geschienen. Der Herbstanfang war sehr schön. Es tat mir auch ganz gut allein im Wald zu sein und dem knisterndem Laub unter den Rädern zuzuhören. Dann bin ich abgestiegen und mir die Stille des Waldes angehört. Der Klang der Stille hat sehr beruhigend auf mich gewirkt. Dann ist es sehr schnell dunkel geworden und ich bin wieder heimgefahren.

herbst2016

Beschäftigung

Es mach mir voll Spaß mit dem Fahrrad im dreckigen Wald zu fahren. Was soll ich sonst machen? Faul auf der Couch vor dem Fernsehen liegen oder am PC zu sitzen? Davon wird es mir richtig schlecht. Fahrrad fahren scheint mir momentan die sinnvollste Beschäftigung zu sein. Im Wald hat man keine Sorgen,Wünsche oder Erwartungen, man fährt einfach und genießt die Aussicht und frische Luft.