Gotteserfahrung

Nimm alles von mir, was mich fernhält von dir.
Gib alles mir, was mich hinführt zu dir.
Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir
und gib mich ganz zu eigen dir.

Ich habe gehört, DMT muss man nicht suchen, es findet einen selbst. Ich habe meinem höheren Selbst mitgeteilt, dass ich die Wahrheit erfahren möchte und bereit dafür bin. Die Antwort kam dann durch diese Erfahrung.

Nach der Einnahme habe ich mich in der Dunkelheit hingelegt und Augen geschlossen. Ich sah viele Muster die sich bewegt haben. Alles war in Bewegung. Kleine Teile haben sich bewegt und haben größere Maschine ergeben. Es ist schwer zu beschreiben. Alles war in Bewegung. Dort hat man mehr Tiefe und die Farben sind kräftiger. Diese Realität dagegen ist blass. Hier haben wir 2,5D und dort wirkliches 3D. Dort ist es dunkel, es gibt kein Sonnenlicht. Objekte leuchten neonfarbig von selbst. Der Übergang erinnert mich an das Bild Flammarion. Der Maler muss die gleiche Erfahrung gemacht haben.

Bild: Flammarion, Quelle: Wikipedia

Ich habe die Frage gestellt wer ich wirklich bin. Was ich sah, ist nicht mit Worten zu beschreiben. Ich war wie eine Wolke, welche aus vielen kleinen Teilen bestand. Das war nicht menschlich. Diese Wolke hatte verschiedene Farben. Ich sah auch andere Konstrukte die unabhängig von mir waren, aber dennoch zu mir gehörten. Es kam mir alles sehr bekannt vor und ich konnte viele Bekannte erkennen. Ich konnte sehen, dass wir uns hier alle tarnen. Alle wissen das. Man tut nur so, als ob man das nicht wüsste. Alle Teile haben ein größeres Ich ergeben. Ich wurde immer größer. Ich sah, dass es nur mich gibt. Alles bin ich. Wenn ich mit jemandem rede, dann rede ich mit mir selbst. Ich sah meine Tochter als Anteil von mir, welches in dieser Welt eigene Erfahrung machte.

Jede Erfahrung ist wichtig. Es gibt kein gut und böse, denn alles bin ich. Wenn ich jemandem was gutes tue, dann tu ich es mir selbst. Es ist so als würde ich etwas aus einer Hand in die andere legen. Wenn ich jemandem was böses antue, dann tu ich es mir auch selbst an.

Dann sah ich mein komplettes Ich. Das war das ganze Universum. Und das war immer noch ich. Ich habe eine dunkelgraue Kugel gesehen, in welcher ich mich als Universum befand. Diese Kugel ist hermetisch abgeriegelt und ich wusste nicht, was sich außerhalb befand. Ich denke es waren weitere Kugeln draußen, welche was noch größeres ergeben haben. Ich war ganz allein in dieser Kugel und habe geschöpft. Das kam mir irgendwie traurig vor.

Ich sah, dass alles gut ist, so wie es ist und es ist genau richtig, wie es ist! Alles hat sein Sinn. Ich kann jetzt nicht mehr schlecht über andere Menschen denken. Ich weiß, dass es nur andere Ich’s sind. Das ist die tiefste Erfahrung die man machen kann.

Was mich gewundert hat, es gab keine Menschlichkeit. Alles war hochentwickelt, perfekt und ohne Emotionen. Krasses Gegenteil von dieser Welt hier. Es hat miteinander nichts gemeinsam. Wieso beschränkt und tarnt man sich hier? Das ist die Menschlichkeit. Man sollte hier jeden Augenblick genießen, denn dort gibt es das alles hier nicht.

Der verkrüppelte Schmetterling

Ein Mann beobachtete, wie ein Schmetterling durch die schmale Öffnung seines Kokons zu schlüpfen versuchte und sich dabei abmühte. Lange kämpfte der Schmetterling. Schließlich bekam der Mann Mitleid, holte eine kleine Schere und öffnete damit ganz vorsichtig etwas den Kokon, sodass sich der Schmetterling leicht selber befreien konnte.

Aber was der Mann da sah, ließ ihn erschrecken. Der Schmetterling war ein Krüppel. Er konnte nicht richtig fliegen, stürzte immer wieder ab. Auch auf seinen Beinen konnte er sich nicht halten.

Der Mann erzählte einem Freund davon und wie er dem Schmetterling geholfen hatte. Der Freund antwortete ihm: „Das war ein großer Fehler, du hättest ihm nicht helfen dürfen. Du hast den Schmetterling zu einem Krüppel gemacht.“

Der Mann wollte dies nicht glauben. Der Freund fuhr fort: „Durch die schmale Öffnung im Kokon ist der Schmetterling gezwungen, sich durchzuzwängen. Erst dadurch werden seine Flügel aus dem Körper gepresst und können sich dann entwickeln. Und deshalb kann er richtig fliegen, wenn er es aus seinem Kokon geschafft hat.“

Der Mann wurde nachdenklich.

„Weil du ihm den Schmerz und die Anstrengung ersparen wolltest, hast du ihm zwar kurzfristig geholfen, aber für sein Leben nichts Gutes getan – im Gegenteil!“

Autor unbekannt

 

 

Auf meinem spirituellen Weg (der am Anfang voller Verzweiflung war) bin ich auf einen weisen Mann gestoßen, den ich bald mit voller Begeisterung zu meinem Lehrer erklärt habe.

Ich habe Kontakt zu ihm aufgebaut und habe erwartet, dass er mir hilft. Seine Hilfe war zu meiner Enttäuschung eher dürftig. Ich konnte nicht verstehen, warum er mir nicht so richtig helfen wollte.

Jetzt ist mir klar, dass er das Richtige getan hat, in dem er nichts getan hat. Er hat mir nur den Weg gezeigt und diesen musste ich selbst beschreiten. Diese Erfahrung kann mir keiner abnehmen.

„Das letzte Hemd hat keine Taschen“. Alles was man aus dieser Welt mitnehmen kann, sind Erkenntnisse und Erfahrungen. Ich versuche so viel wie möglich davon zu sammeln!

Reines Bewusstsein

Ich habe mich ins Bett gelegt und Meditationsmusik mit dem Kopfhörer angehört. Nach einiger Zeit war ich total entspannt und dann konnte ich plötzlich meinen Körper nicht mehr bewegen. Es war eine Körperstarre. Danach ist der Körper ganz verschwunden. Es war alles bläulich-weiß um mich herum. Ich war reines Bewusstsein. Ohne Körper, ohne Gefühle, ohne Angst, Mangel und Erwartungen. Es gab nur Zufriedenheit und Glückseligkeit. Ich war voll bewusst, es war keine Erinnerung an einen Traum und ich konnte dabei ganz normal denken. So wie im Alltag, nur ohne den Alltag. Nachdem die Musik aufhörte, war ich plötzlich wieder zurück in meinem Körper. Das war eine sehr schöne Erfahrung.

Existenzschmerz

Ich habe mir vor kurzem einen Film angesehen. Es ging um einen Mann, der sich irgendwo in der Wüste mit dem Auto verfahren hat und dann stehen geblieben ist. Alle seine Bemühungen, den Weg wieder zu finden, sind gescheitert. Im Laufe des Films hat sich rausgestellt, dass er Drogenkurier war und sich unter Drogen befand. Er wurde von der Drogenmafia entdeckt und hingerichtet. Kurz vor seinem Tod hat er zum „Gott“ gesagt: „vergib mir, ich habe mich verirrt“.

Dieser Film hat in mir starke Gefühle hervorgerufen. Ich nenne das mal „Existenzschmerz“. Der war kaum auszuhalten. Wenn man ihn aber voll zulässt, gelangt an die Quelle dieses Schmerzes, die irrtümlich für Gott gehalten wird. Wenn man die Quelle erkennt, dann erkennt man auch was man selbst ist, eine Marionette. Man löffelt hier „unten“ das aus, was die Quelle sich da „oben“ ausgesucht hat.

Das Leben ist ein Leiden und das Leiden ist gleichzeitig ein Genuss. Man genießt das Leiden und man leidet, weil man es genießt. Was für ein Teufelskreis!

Mein Herr und mein Gott,
nimm alles von mir,
was mich hindert zu dir.

Mein Herr und mein Gott,
gib alles mir,
was mich fördert zu dir.

Mein Herr und mein Gott,
nimm mich mir
und gib mich ganz zu eigen dir.

Wachheit

Manchmal, wenn viele Menschen um mich herum sind, wache ich auf. Mir wird der Traum, in dem ich mich befinde, bewusst. Dabei fällt jede Kleinigkeit auf. Ich sehe wie andere Menschen ihren Traum träumen. Sie sind so mit ihren Problemen beschäftigt, dass sie es gar nicht merken. Sie wirken wie Spielfiguren, verfangen in ihrem Spiel. Ich könnte sie nicht mal wach rütteln, denn dieses Rütteln würde auch im Traum geschehen. Sie werden im Traum geboren und sie werden auch im Traum sterben, ohne jemals dessen bewusst zu werden.

Das ist mir auch schon bei der Arbeit passiert. Plötzlich aufgewacht, habe ich das Geschehen um mich herum beobachtet. In dem Moment kann ich nichts machen, ich sitze nur da und beobachte die Umgebung. In diesen Momenten kommt mir alles gleichgültig vor. Egal was geschieht, es geschieht nur in meinem Traum. Es ist nicht wirklich. Nur was ist die Wirklichkeit?

Ich frage mich, bin ich in dem Moment der einzige, der das merkt? Das ist doch so offensichtlich. Das bleibt bei mir aber nicht dauerhaft. Ich verfalle dann selbst in meine Rolle und vergesse es dabei. Da sehe ich die Kontraste. Der Spieler und der gespielte kommen zum Vorschein.

Einheit

Es war einmal eine Puppe aus Salz. Immer war sie auf der Suche. Fragte man sie, was sie denn finden wolle, antwortete sie: „ich weiß es nicht genau“. Tausende von Kilometern reiste sie auf ihrer Suche durch das Land, bis sie plötzlich vorm Meer stand. So etwas hatte sie noch nie gesehen, diese Wellen, diese Wassermassen.

„Wer bist Du?“, fragte die Puppe das Meer, und es antwortete: „Komm hinein und sieh selbst“. Also watete die Puppe ins Wasser. Mit jedem Schritt löste sie sich weiter auf. Als nur noch der letzte Rest von ihr übrig war, rief sie: „Ja, nun weiß ich, wer ich bin!“

-Anthony de Mello

 

In diesem Eintrag habe ich vor 2 Jahren darüber geschrieben, dass ich von dieser Welt nichts will, außer ich selbst zu sein. In einem Kommentar dazu steht, dass es eine Forderung an diese Welt wäre und das stimmt natürlich. Diese Welt muss mich gar nicht akzeptieren, weil es nichts zu akzeptieren gibt. Denn ich bin ein Teil dieser Welt. Nur das Ego fühlt sich getrennt, aber das ändert nichts an der Tatsache. In Wirklichkeit sind wir alles Eins. Diese Einheit ist wie ein perfekt abgestimmtes Uhrwerk, in dem jedes Teil sein Zweck erfüllt. Auch wenn man sich über etwas ärgert, findet es in dieser Einheit statt. Sie ist nicht nur das Licht und Liebe, sie beinhaltet alles was ist.

Wenn man diese Einheit sieht, dann sieht man auch, dass es nichts zu verbessern gibt. Es ist alles perfekt wie es ist und ohne Täler gibt es keine Berge…

Die Geilheit des Lebens

Immer wieder spüre ich die Geilheit des Lebens. Natürlich ist es nicht ständig so. Es ist so, wie es sein muss. Nicht mehr und nicht weniger. Ich erfahre auch Schmerzen, Ängste, Wut, Gelassenheit und alles was zum Leben dazu gehört. Es gibt aber auch solche Momente, in denen mir die Geilheit meines Lebens hochkommt. Es sind nur kurzer Momente, aber diese geben mir einen Sinn meines Lebens. Es sind die Momente, in denen der Schauspieler sich nicht mit seiner Roller identifiziert und diese genießt. Der Schauspieler wird seiner Selbst bewusst.

Als Kind habe ich viel gelitten.  Ich habe und hatte eigentlich kein schlechtes Leben, aber trotzdem habe ich mir gewünscht nicht zu existieren. Das hat nichts mit dem Selbstmord zu tun. Der Tod bedeutet ja, dass man existierst hat. Ich wollte erst gar nicht existieren. Die physische Existenz hat mir ein großes Leiden angetan. Schon seit seit dem ich mich erinnern kann. Es war schwierig mit dem Gefühl zu leben, dass mit mir und der Außenwelt etwas nicht stimmt.

Existenz und Nicht-Existenz kommt mir ausgewogen vor. Ich bin, also bin ich nicht…