Abkopplung

Es scheint mir so, als ich mich von dieser Welt immer mehr abkoppel würde. Alles ist bedeutungslos geworden. Ich bin hier nicht mehr richtig präsent. Die Führung habe ich komplett an das Selbst übergeben, von oben hat es mehr Überblick und ich tappe hier unten nur im Dunkeln. Dabei fühle ich mich wie ein Baby, getragen und beschützt.

Alles ist wie es ist. Alles ist wie es sein soll. Es ist gut so. Ich finde es wunderbar.

Werbeanzeigen

Begegnung mit dem Selbst

Meine letzte Ohnmacht und der Hilferuf wurde voll erhört. Mein Selbst ist dieses Mal voll durchgekommen. Man muss es nur zulassen. Das Problem ist das Ego, welches die Führung nicht abgeben will. Es ist ja auch eine (vom Verstand erschaffene?) Illusion, dass es irgendwas zu entscheiden hätte.

Ich habe gespürt wie groß das Selbst ist, ich war voll ausgefüllt von ihm und es war trotzdem unendlich größer! Bis jetzt konnte ich nichts besseres fühlen, es war wirklich eine Ektase! Ich war allein und es war genug allein zu sein. Es war für keinen anderen mehr Platz da. Ich war überall. Ich habe nichts und niemanden gebraucht, denn ich war alles und alle!

Ist das Selbst der erhöhte Gott aus der Bibel? Ich glaube ja. Am besten ist es, wenn man diese Welt als Tandem erlebt. Dann kann auch nichts falsches passieren. Ich habe keine Wahl. Ich bin die Auswahl, die ich jetzt auskosten soll.

Jetzt hat es zwar nachgelassen, aber ich fühle mich immer noch gut und hoffe, dass es weiter so bleibt. Die Zweifel sind weg und darum gings mir.

Das andere Bewusstsein

Ich merke, dass ich zweigeteilt bin. Es ist so als ob zwei Personen in einem sind. Psychologen würden das wahrscheinlich als Schizophrenie bezeichnen.

Mir kommt der Film „Fight Club“ in den Sinn. Dort wird es ganz deutlich dargestellt. Bei Castaneda findet man auch Hinweise dafür. Der Don Juan hat ihn in das andere Bewusstsein versetzt, indem er ihm einen Schlag in den Rücken verpasst hat. Ich muss mir selbst diesen Schlag verpassen, was ziemlich schwierig ist. Oft geschieht dieser Wechsel unkontrolliert. Dann dank ich mir „ups, wo bin ich denn jetzt?“. Die Welt scheint völlig anders zu sein.

Mein Alltagsbewusstsein kann damit nichts anfangen. Es versucht mir einzureden dass ich ein Idiot bin und dass ich mich dafür schämen sollte.

Das ist wie Engel und Teufel auf der Schulter…

Der eigene Film

Die Erinnerungen bestehen aus Fetzen. Diese Fetzen beinhalten Szenen voller Emotionen, Begeisterung, Leid, Gefühle und Dramen. Nach dem Tod ist er dann fertig, der eigene Film! Ein Zusammenschnitt aus Szenen. Das nennt man dann persönliches Leben. Es wird sagt, dass man diesen Film kurz vor dem Tod im Schnelldurchlauf angezeigt bekommt.

Nichtexistenz

Kann man nicht existieren? Diese frage habe ich mir schon oft gestellt. Ich habe mir auch oft gewünscht einfach nicht zu existieren. Es war mir alles zu viel. Ich wollte das alles nicht mehr mitmachen, in dieser verlogenen Welt. Es schien mir so, als ob es für mich kein Platz gab.

Aber kann man das wirklich, nicht existieren? Die Welt ohne sich selbst, der Verstand kann mit dieser Frage absolut nichts anfangen. Natürlich kann man nicht nicht existieren. Man kann nur existieren, sonst könnte man nicht nach der eigenen Existenz fragen. die Antwort verbirgt sich außerhalb des Verstandes.

Ich existiere, also bin ich! Damit sollte jeder anfangen.

Beobachter

Zurück blicke ich auf jene Tage,
als ich schwitzend durch den Nebel irrte
mit Linguisten und solchen, die es werden wollten.
Ich will nicht spotten, nichts dagegen sagen –
ich beobachte nur und warte.

Walt Whitman

 

Ich beobachte gerne andere Menschen, auf der Straße, bei der Arbeit oder in der Schlange an der Supermarktkasse. Mich fasziniert es, wie unterschiedlich sie aussehen und wie sie sich benehmen. In solchen Momenten komme ich mir wie ein Alien vor, das auf der Erde zu Besuch ist und über die Erdbewohner staunt. Wie sie sich gegenseitig lieben, hassen und bekriegen. Wie sie glücklich sind und leiden. Wie sie erschaffen und zerstören.

Ganz tief im Inneren weiß ich auch, dass ich hier nur ein Gast bin und dass mich hier nichts fest hält. Ich habe nur den Weg nach Hause vergessen. Ich weiß nicht mehr wer ich wirklich bin und wie ich hier gelandet bin. Wer weiß wie lange ich mich in dieser Welt noch rum irren muss. Werde ich mich jemals wieder finden?

Ich trage ein kleines Geheimnis in mir, mich selbst

 

Erleuchtung

„Wenn du den Gipfel erreicht hast, klettere weiter.“

Zen-Weisheit

 

In letzter Zeit finde ich im Internet viele Diskussionen um das Thema Erleuchtung. „Erleuchtete“ versuchen zu erklären, was es ist. Ich hab mich lange mit diesem Thema befasst. Ich habe Bücher gelesen, Videos gesehen und im Internet danach gesucht. Alle gelangen an eine Grenze. Erleuchtung scheint die höchste Stufe des Bewusstseins zu sein. Man argumentiert damit, dass der Erschaffte nicht den Erschaffer begreifen könnte. So wie ein Programm den Programmierer nicht verstehen würde. Aber ein Programm würde sich diese Frage gar nicht stellen. Dafür wurde es einfach nicht programmiert.

Für mich ist die Erleuchtung nichts besonderen. Den Begriff Erkenntnis finde ich passender. Erleuchtung klingt für mich irgendwie zu positiv und harmlos. Ich habe das Gefühl, dass es nicht die Grenze ist und dass es weiter geht. Das ist nicht der Verstand, der sich das ausdenkt. Der kann damit nichts anfangen. Das ist einfach eine Information außerhalb der Gedanken.

Ich hatte schon mal das Bild im Kopf, dass unser Universum nur ein Teil von etwas größerem ist. Dieses System ist hoch und runter skalierbar. Unser Sonnensystem ist wie ein Atom (ist auch genauso aufgebaut) und ein Teil von größerer Welt.

Die „Erleuchteten“ lassen sich genauso wie ich durch Leben leiten. Sie haben das Gefühl, dass die Erleuchtung das Ende der Erkenntnis ist und ich habe das Gefühl, dass es weiter geht. Also haben wir alle Recht. Jeder ist da, wo er ist.

Vor kurzem war ich in einem Supermarkt einkaufen. Auf dem Parkplatz ist mir ein Werbeplakat aufgefallen. Dort stand: „Sei einfach du selbst“.

Ich forsche auf jeden Fall weiter in diese Richtung. Zu wissen, dass ich nicht „ich“ bin, reicht mir nicht. Ich habe das Verlangen zu erfahren wer ich wirklich bin, wo ich her kommen und was ich hier tue.

Diskutieren bringt in diesem Fall nichts, weil alles richtig ist. Ich habe auch ein schlechtes Gefühl dabei, anderen etwas beweisen zu müssen. Was soll das bringen? Mir kann doch auch keiner was beweisen. Ich muss es selbst erfahren.